03.02.2026

Deutscher Musikautor*innenpreis 2026: York Höller erhält Ehrung für sein Lebenswerk

Der Deutsche Musikautor*innenpreis der GEMA in der Kategorie „Lebenswerk“ geht in diesem Jahr an den Kölner Komponisten York Höller. Mit bahnbrechenden Werken wie seiner großen Oper „Der Meister und Margarita“ zählt der 82-jährige, mittlerweile erblindete Künstler weltweit zu den prägenden Komponistenpersönlichkeiten unserer Zeit. Als Grenzgänger versöhne er die Neue-Musik-Szene und den „konventionellen“ Musikbetrieb, so die Jury. Höller wird die Ehrung im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 26. Februar 2026 in Berlin persönlich entgegennehmen.

Als Komponist und Lehrer gehört York Höller zu den prägenden Persönlichkeiten der Neuen Musik. Seine einzigartige Musiksprache entwickelte er in der kreativen Auseinandersetzung mit verschiedenen Kompositionsmodellen der Moderne, wobei er sich immer wieder von philosophischen und naturwissenschaftlichen Denkansätzen, aber auch literarischen Texten von Rainer Maria Rilke bis Pablo Neruda inspirieren lässt. Hinzu kommen neben Einflüssen aus indischer und arabischer sowie europäisch-mittelalterlicher Tradition elektronische und pop-musikalische Elemente. Das von Höller entwickelte Konzept der „Klanggestalten“ manifestiert sich in Arbeiten für große und kleine Besetzungen – von Kompositionen für Soloinstrumente bis hin zu großen Orchesterwerken. Sein Instrumentarium umfasst zudem seit Jahrzehnten Computer, Synthesizer, Sampler und E-Gitarren.

York Höller: „Ich betrachte es als große Anerkennung“

„York Höllers Musik versöhnt zwei Kulturen miteinander: die Neue-Musik-Szene und den ‚konventionellen‘ Musikbetrieb“, heißt es in der Jurybegründung. „Gleichermaßen frei von modernistischen Klischees, postmoderner Beliebigkeit oder muffigen Retrotendenzen, ist sie originell, spannungsreich sowie technisch herausragend. York Höller ist ein Grenzgänger, der stets unabhängig von Dogmen und Modeerscheinungen seinen eigenen Weg geht und beharrlich ein großes Werk geschaffen hat.“

Die Nachricht, dass er für sein Lebenswerk mit dem Deutsche Musikautor*innenpreis der GEMA ausgezeichnet werde, habe ihn außerordentlich gefreut, so York Höller. „Ich betrachte es auch als große Anerkennung für mein Lebenswerk, zumal die Jury ja auch aus Kolleginnen und Kollegen besteht, die etwas vom Metier verstehen und offenbar meine Musik schätzen. Dass sie mir nun diese Ehre antun wollten und wollen, dafür bin ich sehr dankbar und das finde ich hocherfreulich.“

Von Stockhausen und den Rolling Stones bis zum Chicago Symphony Orchestra

Der 1944 in Leverkusen geborene York Höller gilt als einer der eigenständigsten und eigenwilligsten Komponist*innen der Gegenwart. In den 1960er-Jahren studierte er an der Kölner Musikhochschule u.a. bei Bernd Alois Zimmermann Komposition sowie Klavier und Orchesterleitung. Wichtige Impulse erhielt er überdies durch Kurse bei Pierre Boulez. Auf Einladung von Karlheinz Stockhausen arbeitete er ab 1971 in Köln im Studio für elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks. Mit seinen dort entstandenen Kompositionen wurde er international bekannt. Später wirkte er am Pariser Forschungszentrum IRCAM, das 1978 mit Höllers „Arcus“ eröffnet wurde. Das Stück gehört zusammen mit dem Klanggedicht „Mythos“ zu seinen am häufigsten aufgeführten Arbeiten. Zuvor wurde sein 1. Streichquartett 1977 bei der offiziellen Eröffnung des Centre Pompidou in Paris uraufgeführt.

Die Preisverleihung findet am 26. Februar 2026 in Berlin statt. Akkreditierungsanfragen senden Sie bitte an presse@musikautorinnenpreis.de 

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Hinweis an die Redaktion

Informationen zum Preis finden Sie unter www.musikautorinnenpreis.de. Pressebilder und Biografien stehen Ihnen zum Download im Pressebereich unter www.musikautorinnenpreis.de/newsroom zur Verfügung. Interviews können über untenstehenden Pressekontakt vereinbart werden.

Über den Deutschen Musikautor*innenpreis

Der Deutsche Musikautor*innenpreis wurde 2009 von der GEMA ins Leben gerufen, um die Komponist*innen und Textdichter*innen der deutschen Musikbranche für ihre herausragenden Leistungen zu würdigen. Unter dem Motto „Autor*innen ehren Autor*innen“ rückt der Preis Musikschaffende in den Vordergrund, die oftmals nicht auf der Bühne stehen. Alle Preisträger*innen sowie Nominierten werden als Mitglieder in die Akademie Deutscher Musikautor*innen (ADMA) aufgenommen. Die Fachjury wird jährlich neu von der ADMA gewählt. In der Akademie sind alle bisherigen Nominierten sowie die Preisträger*innen des Deutschen Musikautor*innenpreises versammelt. Weitere Informationen unter www.musikautorinnenpreis.de und www.adma.de