Award 2022 c. Kevin Riedl

Komposition Audiovisuelle Medien

John Gürtler & Jan Miserre

Wir gratulieren John Gürtler & Jan Miserre zum Deutschen Musikautor*innenpreis 2025 in der Kategorie Komposition Audiovisuelle Medien!

Fotocredit: J. Harrell

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Nominierte der Kategorie

Komposition Audiovisuelle Medien

Christoph M. Kaiser und Julian Maas

Christoph M. Kaiser und Julian Maas

Christoph M. Kaiser & Julian Maas komponieren seit über zwanzig Jahren gemeinsam Filmmusik für Kino- und Fernsehproduktionen.  Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen die preisgekrönten Soundtracks zu 3 Tage in Quiberon (Regie: Emily Atef, Deutscher und Europäischer Filmpreis 2018 für „Beste Filmmusik“), Der Staat gegen Fritz Bauer und Das schweigende Klassenzimmer (beide Regie: Lars Kraume). Ihre Musik prägt zahlreiche weitere, vielfach ausgezeichnete Filme, darunter Zwei Leben (Regie: Georg Maas, deutscher Oscar-Beitrag 2014), Jack (Regie: Edward Berger, Deutscher Filmpreis in Silber) und Wolfskinder (Regie: Rick Ostermann, Friedenspreis des Deutschen Films 2014). Auf der 73. Berlinale waren Kaiser & Maas mit Der vermessene Mensch (Panorama) und Irgendwann werden wir uns alles erzählen (International Competition) vertreten. Neben ihren stilistisch vielseitigen Kinoarbeiten komponierten Kaiser & Maas Musik für 19 Tatort-Folgen sowie zahlreiche Fernsehfilme und Serien. Ihre Bandbreite reicht vom orchestralen Thriller-Soundtrack (Furia) über elektronische Klangwelten (Taxi nach Leipzig, 1000. Tatort-Folge) bis zum experimentellen Jazz-Score der Bauhaus-Serie Die Neue Zeit, für den die Komponisten 2019 bei den „Canneseries“ erneut den Preis für „Beste Musik“ erhielten. Seit 2019 widmen sich Kaiser & Maas verstärkt auch Dokumentarfilmen. Sie schufen u. a. die Musik zu In den Uffizien (Regie: Corinna Belz, Enrique Sánchez-Lansch), dem Künstlerporträt Thomas Schütte – Ich bin nicht allein, sowie dem Tanz- und Historiendokumentarfilm Pol Pot Dancing.

Die unterschiedlichen musikalischen Biografien Christoph und Julians ermöglichen ihnen die Arbeit in einem breiten Spektrum an musikalischen Stilen. Je nach Thematik des Films schreiben die beiden sowohl klassisch orchestrale Scores als auch experimentellere Musik und spielen dabei so viele Instrumente wie möglich selbst ein. Kaiser & Maas betreiben ein gemeinsames Studio in Hamburg und sind Mitglieder der Deutschen sowie der Europäischen Filmakademie. Ihr aktuelles Werk, der dänische Spielfilm Hercules Falling (Regie: Christian Holten Bonke, mit Dar Salim in der Hauptrolle), feiert im November 2025 beim 29th Tallinn Black Nights Film Festival Weltpremiere.

Martina Eisenreich

Klassik, Elektronik, Tradition und Archaik: die Komponistin Martina Eisenreich, bringt es zusammen. Mit ihren komplexen und mitreißenden Kompositionen begeistert sie Menschen im Konzertsaal, im Kino oder der Kunstkneipe. 

Martina Eisenreich gehört zu den meistgespielten Komponistinnen in Deutschen Orchesterkonzertreihen. Gleichzeitig ist ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Filmmusikschaffenden. 

Als Kleinkind entflammte ihre Faszination für die archaische Musik ihrer oberbayerischen Heimat. Mit fünfzehn begann sie ihr Studium klassischer und zeitgenössischer Musik an der Münchner Musikhochschule, ging als Violinistin mit eigener Band auf Tour, und entdecke ihre Liebe zur Filmmusik und zum Musiktheater.

Später gewann sie mit ihrem einzigartigen Stil, der geprägt ist von der Symbiose dieser musikalischen Welten, den Deutschen Fernsehpreis, den Deutschen Filmmusikpreis (als erste Frau und später ein zweites Mal), den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und den Oberbayerischen Kulturpreis. 

Zu ihren wichtigen filmmusikalischen Arbeiten zählen die Scores zur ARD-Serie Herrhausen (nominiert für die International Emmy Awards 2025), die Paramount-Serie „One Trillion Dollars“ und verschiedene „Tatort“-Episoden. Ab 29. November läuft ihre skurril-verspielte Märchenoperette "Aschenbrödels Traum" an der Wiener Volksoper.

John Gürtler und Jan Miserre

John Gürtler und Jan Miserre

John Gürtler ist ein Komponist und Multiinstrumentalist, der dafür bekannt ist, akustische Wärme nahtlos mit elektronischen Texturen zu verbinden, um tief bewegende Filmmusik zu schaffen. Er wurde 1981 in London als Sohn portugiesisch-deutscher Eltern geboren und begann im Alter von elf Jahren mit Saxophon- und Klavierunterricht, bevor er 2001 nach Berlin zog, um an der Universität der Künste Komposition, Saxophon und Klavier zu studieren. An der Filmakademie Baden-Württemberg verfeinerte er seine Fähigkeiten in Filmmusik und Sounddesign und brachte die Spontaneität eines Improvisators und die ausgeprägte Sensibilität eines Performers in jedes Projekt ein.
2012 gründete Gürtler zusammen mit Jan Miserre das Berliner Studio Paradox Paradise. Zusammen haben sie beeindruckende Filmmusiken komponiert, darunter „Systemsprenger“ (2019), für den er den Europäischen Filmpreis als bester Komponist und den Camille Award erhielt, sowie „The Outrun“ (2024), der mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet und für einen BAFTA nominiert wurde. Ihr jüngstes Werk für Apple TV+, die Serie „Krank Berlin“ (Berlin ER), zeichnet sich durch eine treibende elektroakustische Filmmusik aus, die die hochdramatische Spannung der Serie noch verstärkt.

Jan Miserre ist ein deutscher Komponist, Produzent und Pianist, dessen Arbeit sich fließend zwischen Filmkomposition und Jazzperformance bewegt. Mit einer formalen Ausbildung in Jazzklavier an der Universität der Künste Berlin und tiefen Wurzeln in der zeitgenössischen klassischen Musik – insbesondere bei russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts – bringt Miserre sowohl technische Finesse als auch expressive Tiefe in seine Projekte ein.
Als Pianist und Keyboarder trat er international mit Künstlern wie Till Brönner und Nils Landgren auf und stand auf Bühnen von der Kölner Philharmonie bis hin zu großen Jazzfestivals in Europa und Asien. Diese Live-Erfahrung prägt seinen instinktiven Umgang mit Timing, Textur und Dynamik – Fähigkeiten, die er als Arrangeur und Orchestrator ins Studio mitbringt.
Seit der Gründung des Berliner Studios Paradox Paradise zusammen mit John Gürtler im Jahr 2012 hat Miserre eine Vielzahl von hochgelobten Filmmusiken mitkomponiert und produziert. Seine ausgeprägte harmonische Sensibilität und strukturelle Klarheit prägen den gemeinsamen Sound – akustische Instrumente werden mit Elektronik überlagert, um immersive, emotionsgeladene Kompositionen zu schaffen. Zu den bemerkenswerten gemeinsamen Werken gehören „The Outrun“ (2024), nominiert für einen BIFA und auf der Longlist für einen BAFTA, „A Pure Place“ (2021) von Nikias Chryssos und der preisgekrönte Dokumentarfilm „Space Dogs“ (2019).