Award 2022 c. Kevin Riedl

Komposition Neoclassic/Crossover

Anna Mateur

Wir gratulieren Anna Mateur zum Deutschen Musikautor*innenpreis 2026 in der Kategorie Text Chanson/Kabarett!

Anna Mateur war bei der Preisverleihung nicht anwesend. Laudator Christoph Walther nahm den Preis für sie entgegen.

Fotocredit: J. Harrell

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Nominierte der Kategorie

Komposition Neoclassic/Crossover

Grandbrothers (Lukas Vogel und Erol Sarp)

Lukas Vogel und Erol Sarp

Das deutsch-schweizerische Duo Grandbrothers, bestehend aus dem deutsch-türkischen Pianisten Erol Sarp und dem Produzenten und Softwareentwickler Lukas Vogel, verbindet seit über einem Jahrzehnt Komposition, Technologie und Emotion auf einzigartige Weise. Ihre Musik bewegt sich zwischen Electronica, Klaviermusik und Minimal Music – stets getragen von der Idee, akustische und elektronische Welten miteinander zu verweben. Bekannt wurden Grandbrothers mit einem radikalen Konzept: Alles, was sie spielten, entsprang zunächst einem einzigen Instrument – dem Konzertflügel. Mithilfe eigens entwickelter Apparaturen aus elektromechanischen Hämmern und Sensoren erweiterten sie dessen Klangspektrum weit über das Gewohnte hinaus und veröffentlichten fünf international gefeierte Alben, zuletzt Late Reflections (2023), aufgenommen im Kölner Dom. Mit ihrem aktuellen Werk Elsewhere (2025, auf dem eigenen Label and_others) haben Grandbrothers diese Selbstbeschränkung hinter sich gelassen. Drum-Samples, analoge Synthesizer und komplexe Rhythmen erweitern nun ihr kompositorisches Vokabular – ohne ihre unverkennbare Handschrift zu verlieren. Neben ihren Albumarbeiten komponieren Grandbrothers regelmäßig für Film und Fernsehen, darunter den französischen Kinoerfolg The Specials (2019, Regie: Éric Toledano & Olivier Nakache) sowie die Canal+ Serie 66.5 (2024). Ihre Musik, oft beschrieben als Brücke zwischen Intimität und Weite, verbindet Präzision und Gefühl, Struktur und Spontaneität – und entfaltet auch live eine besondere Kraft: Derzeit befinden sich Grandbrothers auf einer ausgedehnten Europatournee und sind regelmäßig bei internationalen Festivals zu Gast, wo ihre Performances Klang, Raum und Licht zu einem intensiven Erlebnis verschmelzen lassen.

Hania Rani (Hanna Maria Raniszewska)

Hania Ranis Musik fesselt einen – ihre Anziehungskraft versetzt einen in einen hypnotischen Trancezustand, ganz unabhängig vom eigenen Willen. Die Pianistin, Komponistin und Sängerin hat sich als genreübergreifende Nonkonformistin etabliert, die sich durch die Verflechtung von Einflüssen aus Klassik, Jazz und Elektronik einen Namen gemacht hat.
 Hania wurde 1990 in Danzig, Polen, geboren – einer Stadt, die für die Widerstandsbewegung Solidarność bekannt ist – und begann im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierspielen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur klassischen Pianistin in Warschau und studierte später in Berlin, wo sie begann, sich mit elektronischer Musik zu beschäftigen. Vor kurzem hat sie sich in London niedergelassen.
 
Rani ist ein stiller Star, der mehr an Verbindungen als an Ruhm oder Spektakel interessiert ist und in ihrer Arbeit ständig nach Neuem sucht, um sich selbst und ihr Publikum in einem aktiven Prozess der Erneuerung und Regeneration herauszufordern. Diese treibende Kraft hat sie in eine Reihe außergewöhnlicher Alben für Gondwana Records einfließen lassen, darunter Solo-Klavieralben wie „Esja“ aus dem Jahr 2019 und das eher elektronisch geprägte „Ghosts“ aus dem Jahr 2023, preisgekrönte Film- und Theatermusik, wunderschöne Duo-Aufnahmen mit der Cellistin und Freundin Dobrawa Czocher (Deutsche Grammophon) Kunstinstallationen und zuletzt hat Rani die Musik für Joachim Triers neuen Film Sentimental Value komponiert und aufgenommen. Ihre neueste Aufnahme, Non Fiction: Piano Concerto In Four Movements (14. November, Decca Records), wurde im Abbey Road Studio 2 aufgenommen, unter der Leitung von Hugh Tieppo-Brunt mit einem erweiterten 45-köpfigen Manchester Collective unter der Leitung der Violinistin Rakhi Singh und mit den Gastmusikern Jack Wyllie und Valentina Magaletti.

Lisa Morgenstern

Lisa Morgenstern ist eine deutsch-bulgarische Komponistin, Sängerin, Pianistin, Arrangeurin und Synthesizer-Enthusiastin. Die in Berlin lebende Künstlerin erlangte 2019 erstmals mit ihrem Album CHAMELEON internationale Aufmerksamkeit. Ihre einprägsamen Live-Performances führten zu Konzertreisen in ganz Europa und darüber hinaus. Sie trat als Support-Act für Künstler wie Ólafur Arnalds, Max Cooper und Joep Beving auf. Sie war bei Festivals wie dem Iceland Airwaves, South by Southwest (USA) und dem Reeperbahn Festival zu erleben, ebenso in renommierten Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie und der Elbphilharmonie Hamburg. Im Jahr 2022 wurde Morgenstern als Co-Komponistin für die Netflix-Serie „THE EMPRESS“ (Die Kaiserin) engagiert, die mit dem International EMMY AWARD als beste Dramaserie ausgezeichnet wurde. Auch in der zweiten und dritten Staffel ist sie erneut als Komponistin, Sängerin, Pianistin und Arrangeurin tätig und leitete die Aufnahmen mit dem Reykjavik Orchestra in der Harpa Hall (Island). 2024 komponierte sie ihre erste eigenständige Filmmusik für „Von uns wird es keiner sein“ (ARTE/ZDF), unter der Regie von Simon Ostermann, der sie daraufhin zur Zusammenarbeit an der kommenden TV-Serie „The Stardust Hotel“ einlud. Weitere Fernsehproduktionen folgten und festigten ihre Position in der zeitgenössischen Filmmusik. Im Verlauf ihrer Karriere arbeitete Morgenstern mit namhaften Künstler*innen wie Casper, Balmorhea, Aukai und Ben Lukas Boysen zusammen, ebenso mit dem Münchner Rundfunkorchester und den renommierten Bulgarian Voices Berlin. Letztere gewannen 2024 beim World Choral Cup den ersten Preis in der Kategorie Kammerchor – mit einem Programm, bei dem Morgenstern nicht nur mitwirkte, sondern zu dem sie auch eigene Werke und Arrangements beisteuerte. Sowohl der Frauenchor als auch das Münchner Rundfunkorchester sind auf ihrem kommenden Album zu hören, für das sie die vielschichtigen Orchesterarrangements komponiert hat.